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AOL, American Online - vom Pizza Hut zum Internetprovider

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AOL schaffte es seit seiner Gründung 1989 von 100.000 Teilnehmern auf über 14 Millionen Internetnutzer im Jahre 2000 zu kommen.
Case bezeichnete sich selbst als der geborene Unternehmer. Schon als Kind betrieb er auf Hawai einen Limonadenstand und gründete während seiner Collegezeit vier erfolgreiche Unternehmen. Nach dem Studium ging er zu "Proctor and Gamble" (Pharmazie und Waschmittel) und danach zu "Pizza Hut".
1982 kaufte sich Case einen KAYPRO-Computer um Teilnehmer am Bulletin-Board- System (BBS) zu werden. 1983 zog Case nach Virginia um und arbeitete für "Control Video". Die Firma verkaufte Atari-Spiele via Modem-Download. Doch die Firma ging pleite; Case kaufte sie und nannte diese um in "Quantum Computer Services". Mit dieser Firma spezialisierte sich Case auf BBS für Commodore 64 Computer. 1985 führte "Quantum" eine graphische Bedienoberfläche für das BBS-Geschäft ein. "Quantum" konkurrierte mit "Compuserve", "Source", "Genie" und "Viewtron".
1989 ging es dann richtig los: "Quantum" wurde in "American Online" umbenannt. 1994 hatte das Unternehmen bereits 4 Millionen Mitglieder. 1997 wurde "Compuserve" mit 2.6 Mill- Mitgliedern übernommen und "Worldcom", eine Telefonfirma. 1998 wurde "Netscape" übernommen.
Damit wurde AOL der größte Internetprovider.
Der online Service von "Quantum" war "Q-Link" und begann November 1985. "Q-Link" war für Commodore Benutzer entworfen und verwendete das Commodore Betriebssystem GEOS.
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Modem Box mit beigelegter Q-Link Diskette und einen Monat freie Benutzung.
Ca. 1990 wurde "Commodore" durch MAC und den IBM-PC verdrängt. 1993 war dann das Ende von Commodore gekommen. Da "Q-Link" auf Commodore zugeschnitten war, war auch dessen Ende erreicht. Die Kunden von "Q-link" erhielten ein Angebot von "AOL", dem neuen on-line Service von "Quantum" - und der lief nun auf MAC und PC.
(Die Atari/Commodore Story finden Sie hier)
Werbung für "Q-Link" (Quantum-Link); Angeboten wurden auch billige Modems.
"Q-Link" war ein US on-line Service für Commodore Computer, der vom 5.11.1985 bis 1.11.1994 aktiv war. Der Service wurde von "Quantum Computer Service" in Vienna/Virginia betrieben. Im Oktober 1991 wurde die Firma in "AOL" umgetauft. Für PC-Nutzer wurden folgende Dienste angeboten: email, online-chat, file-sharing, online news, instant messaging, online games. Die Verbindung der Software "Q-Link" zum AOL-Service erfolgte über Modems (300 - 2400 Bit/s). Der Service Preis lag bei $ 9.95/Monat Pauschale und 6 Cent/Minute für die Verbindungen.
Da "Q-Link" so erfolgreich war, ließ Apple von "Quantum" einen ähnlichen Service (Apple Link) entwickeln.
Das eigentliche Internet wurde kommerziell ca. 1995 eingeführt. Damit sagten viele Experten den Tod von AOL voraus, denn der AOL-Service mußte bezahlt werden, das Internet kostete damals den Kunden nichts. Chat Rooms und Foren waren im Internet frei, bei AOL mußte die Software hierfür bezahlt werden. Aber AOL kam aus dieser Situation gestärkt hervor: Es bot eine graphische Bedienoberfläche an, verschickte massenweise seine Software auf CD (auch heute noch) und führte kostenlose Demoversionen ein.
Interessante Daten über AOL:
- über 35 Millionen Kunden weltweit (2002)
- 2.7 Millionen Kunden benutzen AOl gleichzeitig
- 400 Millionen emails werden pro Tag über AOl verschickt
- 13.4 Millionen Webpages werden pro Tag über AOL aufgerufen
- jedes Mitgleid ist durchschnittlich 70 min online pro Tag
- Über 2 Milliarden SMS werden pro Tag versandt
Dies geht natürlich alles nur, weil AOL die Serviceinfrastruktur enorm ausgebaut hat.
Aber AOL kaufte auch andere Firmen auf:
- "Compuserve" und seine 2.3 Millionen Kunden. "Compuserve" war der professionelle Internetservice und 22 Jahre am Markt.
- "ICQ" und seine 140 Millionen Kunden
- "MapQuest" ein Navigations-Service
- "Moviefone" ein Ticketservice
- "MusicNet" ein online Musik Abhör- und Dowenload Service
- "Netscape", lange Zeit die einzige Konkurrenz zu Microsoft`s Internet Explorer IE.
Aber alle diese Käufe oder Übernahmen waren im wahrsten Sinne des Wortes nur Peanuts - gegenüber den Kauf von "Time Warner" am 10.1.2000.
160 Milliarden $ wurden aufgewendet. Ob sich dieser Betrag jemals wirtschaftlich rechtfertigen läßt, muß die Zukunft zeigen. Jedenfalls zur Zeit steht AOL nicht besonders gut da. Der Internetmarkt bietet nicht mehr soviel Profit und vorallem der Werbemarkt brach ein.
Im Januar 2003 legte Steve Case sein Amt als CEO bei AOL nieder.
Und hier eine kurze Timeline der AOL
- November 1985 Gründung von "Quantum Computer Services" und Einführung des "Q-Link" für Commodore Computer
- Januar 1986 Es gab bereits 10.000 Kunden
- Oktober 1989 MacIntosh und Apple II Services wurden eingeführt
- Oktober 1991 Namensänderung in "AOL"
- 19.März 1992 Börseneinführung an der NASDAQ für $ 11.50
- 1993 500.000 Nutzer bei AOL und Einführung der Windows-Versionen
- 1994 1.000.000 Nutzer; starke Konkurrenz mit Microsoft, die ebenfalls einen Internetdienst einrichtet.
- 1995 1.500.000 Nutzer; AOL wird als bester on-line Service prämiert
Die AOl Aktie erreicht einen Stand von $ 58,38
- 1995 Microsoft gründet MSN und wird direkter Konkurrent zu AOL
- 1996 AOL führt eine Flatrate für $ 19.95/Monat ein als Antwort für die MSN Flatrate.
7.000.000 Kunden
AOL France, AOL UK und AOL Canada werden gegründet
- 1997 1.000.000 außerhalb der USA;
AOL Japan wird gegründet
10.000.000 USA-Kunden
AOL liefert in diesem Jahr zum ersten Male mehr emails aus, als die normale Post Briefe.
- 1998 15.000.000 Nutzer
Kauf von "Compuserve" und "Netscape".
Mit "Sun Microsystems" wird eine strategische Allianz eingegangen
- 1999 Eintritt in den DSL-Markt durch Partnertschaft mit "Bell Atlantic" (Die Bell Story finden Sie hier)
20.000.000 Kunden
Mit "Motorola" sollen drahtlose-Verbindungen entwickelt werden.
- 2000 Die größte Übernahme der Geschichte wird vorbereitet: AOL übernimmt "Time Warner" und Umbenennung in "AOL Time Warner". Die neue Firma hat 26.000.000 Kunden
- 2001 Komplette Übernahme von "Time Warner".
33.000.000 Kunden
Mit "Amazon.com" erfolgt eine Partnerschaft für on-line Shopping.
- 2002 34.000.000 Kunden; die Kunden nutzen 1 Milliarde emails über AOL pro Monat
- 2003 AOL gibt öffentlich 26 Milliarden $ Schulden zu! Daraufhin untersucht die US-Regierung die Buchführungspraxis des Unternehmens. Dem Management wird Insiderhandel vorgeworfen. Sie sollen den Aktienpreis vor der Übernahme nach Oben getieben haben.
- 2003 Ein langes Gerichtsverfahren mit Microsft wird beendet. AOL zieht seine Antitrustklage gegen Microsoft zurück und Microsoft zahlt 750 Millionen $ und gibt AOL die Erlaubnis für 7 Jahre die Internet Explorer Technologie kostenlos zu benutzen.
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