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Bremer Vulkan
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| Die Insolvenz der Bremer Vulkan | |
![]() Dr. Friedrich Hennemann |
Der Vorstandsvorsitzende Friedrich Hennemann wollte Bremer Vulkan zu einem maritimen Weltkonzern machen. Doch 1995
kamen erste Grüchte über Liquiditätsprobleme auf. Ein Jahr später war es dann aus. Auf der Hauptversammlung im Juni 1995 wurden die liquiden Mittel mit über 1 Milliarde DM angegeben. Einen Monat später wurde dies bezweifelt. Die Werftenkrise 1970-1980 bedingte hohe staatliche Hilfen. Die Bremer Vulkan wollte der Krise begegnen durch Aufbau eines Werftenverbundes, konsequente Aufgabenteilung und Spezialisierung. Ausserdem sollte der Schiffbauanteil innerhalb des Konzerns gesenkt werden. Doch der Vorstand kaufte vorallem Sanierungsfälle ein. Dies waren Firmen mit schlechten Perspektiven und hohem Risiko. Meist waren diese gekauften Firmen hohe Verlustbringer. Aber durch hohe staatliche Subventionen oder sogar negative Kaufpreise kam Geld in die Kassen. |
![]() Das blieb nach der Pleite noch übrig |
Zum Jahreswechsel 1993/1994 erhielt die Bremer Vulkan zwei Aufträge des Reeders Nicola Costa aus Genua zum
Bau von Kreuzfahrtschiffen. Von vornherein waren diese Aufträge schon mit einem Verlust von 200 Mio DM kalkuliert.
Ausserdem übernahm die Bremer Vulkan im Frühjahr 1994 die Werkzeugmaschinenfirma Schiess AG zu einem negativen
Kaufpreis von 334 Mio DM, musste aber zur Sanierung 220 Mio DM aufwenden. Die Bilanz 1993 wiess einen Verlust von 190 Mio auf, auch 1994 war es nicht besser. Der gesamte operative Bereich war negativ. Um 1994 einen Gewinn von 56 Mio DM aufweisen zu können, wurden 96 Mio aus Rückstellungen entnommen. Erst im Juli 1995 erkannte auch das Management die schlechte Lage und auch die Lieferanten und Kunden. Die Lieferanten setzten immer kürzere Zahlungsziele und Kunden verlangten Sicherheiten für bereits geleistete Anzahlungen. Friedrich Hennemann musste im September 1995 zurücktreten. Sein Nachfolger wurde Udo Wagner. Der stellte fest: - die Bankschulden beliefen sich auf 1.4 Milliarden DM - die Firma erhielt keine neuen Kredite von den Banken - die EU-Kommission verlangre bereits gewährte Subventionen für die ehemaligen Ostwerften in Höhe von 850 Mio DM zurück. Dies war besonders gravierend, weil dieses Geld im Konzern einfach versickert war, anstatt den Ostwerften zu helfen. Noch im ersten Monat als Vorstandsvorsitzender stellte Udo Wagner im Februar 1996 einen Vergleichsantrag. Da aber die Mindestquote von 35 % für die Gläubigerbefriedigung nicht vorhanden war, musste im Mai 1996 Konkurs angemeldet werden. |
| Als Konkursverwalter wurde Jobst Wellensiek eingesetzt. Sein Ziel war es, die Werften an der Unterweser zu einem
kleineren Werftenverbund zusammenzuschliessen und dann zu verkaufen. Die eigens geschaffene Beschäftigungsgesellschaft
"MyPegasus" übernahm die 4 500 Mitarbeiter, die an die Vulkan ausgeliehen wurden. Die durchgeführten Rationalisierungen führten aber nicht zum Ziel. Deshalb wurde im Dezember 1996 die Schliessung der Bremer Vulkan beschlossen. Das letzte Containerschiff verliess am 15. März 1997 die Werft, danach war es nach 104 Jahren Betriebsgeschichte aus. Für den Untergang der Bremer Vulkan lassen sich drei Hauptgründe nennen: - die Produktivität lag 30 % unter dem des Weltniveaus und die Preise bis 15 % unter Selbstkosten - Hennemann war Senatsdirektor, seine Entscheidungen waren "Bremen"-orientiert und nicht betriebswirtschaftlich. - der Aufsichtsrat kontrollierte zu wenig. |
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| Nachstehend eine kurze Aufstellung der grössten und spektakulärsten deutschen Firmenpleiten | |
| 1961 | die Automobilfirma Borgward in Bremen meldet Konkurs; 15 000 Beschäftigte werden entlassen |
| 1974 | das Bankhaus Herstatt macht mit Devisentermingeschäften grosse Verluste und macht dicht |
| 1982 | AEG beantragt Vergleich, die Gläubiger bleiben auf 4.4 Milliarden DM sitzen; AEG ging im Daimler-Konzern auf |
| 1983 | Der Baumaschinenhersteller IBH Holding meldet mit 1 Milliarde DM Schulden Konkurs an; der Vorstandsvorsitzende wird wegen Betrugs verurteilt |
| 1986 | der Gewerkschaftskonzern "Neue Heimat" wird für 1 DM an den Berliner Bäcker Horst Schiesser verkauft. Die Banken setzen jedoch die Liquidation des Untenehmens durch. |
| 1989 | coop frisiert die Bilanzen und hinterlässt 1.7 Milliarden DM Schulden |
| 1993 | Der Duisburger Klöckner-Konzern macht mit Devisenspekulationen eine Milliarde DM Verlust; statt Konkurs gibt es eine Vergleich |
| 1994 | Sportbodenhersteller Balsam macht mit Finanzmanipulationen 1.3 Milliarden DM Verlust; Die Firmenchefs sitzen im Gefängnis. |
| 1994 | Immobilienspekulant Jürgen Schneider geht Pleite; er hinterlässt 5 Milliarden DM Schulden. Er sitzt wegen Betrugs im Gefängnis. |
| 2000 | Flowtex frisiert mit dem Verkauf nicht existierender Bohrgeräte einen Schuldenberg von 1.5 Milliarden EURO. Die beiden Gesellschafter sitzen im Gefängnis. |
| 2002 | Filmhändler Leo Kirch macht 6.5 Milliarden EUR Schulden und muss lukrative Teile seiner Firma verkaufen. |
| 2002 | Babcock-Borsig meldet Insolvenz an. |
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