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Antiquariat alte historische Aktien
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Erzgebirgischer Steinkohlen Aktienverein (ESTAV) |
![]() der Zwickauer Bahnhof, rechts die Kohlegleise (Archiv GVV Zwickau). |
Die gesamte Gleislänge auf dem Zwickauer Bahnhof betrug 4250 m,
davon waren 2270 m für die Kohleverladung reserviert.
Allerdings ganz ohne Pferde ging es noch nicht. Die Kohle aus den
Schächten wurde auf Pferdegespanne verladen und
dann zum Bahnhof gefahren und auf die Waggons verladen. Nach dem dieser Gleisanschluss so erfolgreich war, bauten auch andere Kohlezechen einen solchen Anschluss. So wurde ein Gleis nach Bockwa gelegt. An dieses schlossen sich an: der Erzgebirgische Steinkohlenbergauverein mit dem "Hoffnungsschacht" und dem "Vertrauensschacht", die Arnimschen Steinkohlenwerke mit dem "Auroraschacht" und dem "Vereinsglücksschacht" und die "Königin Marien Hütte" in Cainsdorf. |
| Insgesamt wurden so 50 Kohlenzüge (in welchem Zeitraum ist mir
nicht bekannt) auf dem Zwickauer Bahnhof abgefertigt. Der "Segen Gottes Schacht" stellte 1919 die Förderung ein. Aber die anderen Anlieger benutzten den Anschluss weiter. Da der Eisenbahnverkehr generell ständig wuchs, baute die Deutsche Reichsbahn einen neuen Bahnhof in Zwickau. Der alte Anschluss für die Kohlegruben wurde stillgelegt und ein anderer gebaut. |
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Das Erzgebirge im Grenzgebiet zur Tschechischen Republik. Die Steinkohlenflöze stammen aus der Karbonzeit - und wurden durch Zufall im Jahre 1831 gefunden. 1844 wurde die erste Kohle durch den Zwickauer Bergfaktor Karl Gottlob Wolf gefördert. Er brauchte nur 9 m tief zu graben. Damit wurde das Erzgebirge zum Kohlenrevier. Der erste Abbau erfolgte durch Privatpersonen: Grundbesitzer und kleine Gesellschaften. Erst um 1855 wurden richtige Bergbaugesellschaften gegründet. Die Hauptgründerzeit war um 1870. Von nun an wurden auch tiefe Schächte gebaut - zum Teil bis 1000 m. Im rechten Bild sind die Kohlegruben um Zwickau aufgeführt: - Nr 1 = Schacht 407 Schmirchau - Nr. 2 = Schacht 403 Drosen - Nr. 3 = Martin Hoop - Nr. 4 = Karl Liebknecht Schacht - Nr. 5 = Aue - Nr. 6 = Ehrenfriedersdorf - Nr. 7 = Freiberg - Nr. 8 = Willi Agatz - Nr. 9 = Königsstein - Nr.10 = Altenberg |
![]() ![]() Diese Art "Lift" wurde "Fahrkunst" genannt und transportierte den Bergmann von Sohle zu Sohle. |
| Von den vorhandenen Schächten dienten von vier zur Wetterführung (Luftaustausch). Für die Durchlüftung und Abfuhr verbrauchter Luft und schlechter Gase wurde pro Wetterschacht ein grosser Ventilator eingesetzt. Sein Durchsatz betrug 9 000 cbm Luft pro Minute. Das Wasser in den Schächten wurde mit 110 Pumpen abgepumpt - 4 cbm pro Minute. | ||
| Einiges zur Geschichte und den Bränden der Kohlenflöze | |||||
| 1348 | In den "Zwickauer Schmiedeartikeln" wurde festgelegt, dass zum Schmieden wegen der Feuergefahr keine Kohle innerhalb der Stadtgrenzen verwendet werden durfte. | ||||
| 1476 | In diesem Jahre wird zum ersten Male der Kohlenbrand erwähnt. Er soll der Legende nach durch einen Gewehrschuß in einen Fuchsgang ausgelöst wurden sein. | ||||
| 1499 | Kurfürst Friedrich erwähnte zum ersten Male den Abbau der Kohle. Dieser erfolgte im Tagebau, später in brunnenartigen Schächten bis 40 m Tiefe. | ||||
| 1500 | Georgius Agricola (1494-1555) untersuchte die Kohlenflöze im Zwickauer Gebiet und erwähnte auch die bereits damals schon brennenden Steinkohlenflöze. | ||||
| 1520 | Der Kohleverkauf wurde geregelt - auch wer zuerst verkaufen
durfte. Georgius Agricola berichtet über den Kohlebrand. |
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| 1530 | Es gibt erste Aufzeichnungen über das unterirdische Feuer
von Planitz/Zwickau. Damals trat Rauch aus Höhlen aus - das Feuer
brannte bis etwa Ende 1900. Die Kohlenflöze gingen schräg in den Boden und brannten von Oben nach Unten. |
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| 1534 | Die erste Zwickauer Kohlenabbau-Gesellschaft (Gewerkschaft) wird gegründet. | ||||
| 1641 | Im Mai rückten die protestantischen Schweden während des 30-jährigen Krieges in Zwickau ein, raubten und vergewaltigten was sie konnten. Die Einwohner versteckten sich und ihr Hab und Gut in den Kohleschächten. Die Schweden erfuhren dies, fanden aber nichts und zündeten die Bergwerksgebäude an. Daraufhin fingen die Kohlenflöze wieder an zu brennen. | ||||
| 1668 | Bis 1675 brannten die Kohlenflöze sehr stark. Deshalb wurde ein Löschkonsortium gegründet. Der Planitzer Bach wurde in die Schächte geleitet. Der Brand wurde so fast gelöscht - er brach aber 1679 wiederum aus. | ||||
| 1758 | Da die Kohlenflöze unterirdisch immer noch brannten, wurde ein spezieller Feueraufseher eingestellt. | ||||
| 1802 | Das Schneeberger Bergamt stellte fest, daß bereits 3
Kohlenflöze brannten. Darufhin wurden 1816 die Schächte zugeschüttet
um die Sauerstoffzufuhr zu unterbinden. Die Schächte blieben ca. 6 Jahre
zu. Beim Öffnen danach brach das Feuer wieder aus. Die Hitze war so gross, daß selbt bei hohem Frost die Wiesen grün blieben. Im Sommer stieg die Temperatur der entweichenden Gase auf 100 Grd. Dr. E. A. Geitner gründete auf diesen warmen Boden 1837 eine Gärtnerei mit 9 Treibhäusern und züchtete Tropenpflanzen - Ananas, Bananen etc. Seine blühende Riesen-Seerose "Victoria Regia" wurde weltweit bekannt. Geitner bot in seinem Katalog 1500 Pflanzen zum Kauf. |
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| 1820 | Die wegen des Brandes zugeschütteten Schächte werden wieder geöffnet - daraufhin bricht das Feuer wieder aus und die Schächte werden wiederum zugeschüttet. | ||||
| 1830 | Der erste Zwickauer Koks wurde im königlichen Steinkohlenwerk "Junger Wolfgang" gebrannt. | ||||
| 1841 | Bis 1845 wird der "Segen-Gottes-Schacht" in Marienthal in einer Tiefe von 312 m vorangetrieben. | ||||
| 1842 | Die Königin-Marien-Hütte in Cainsdorf produziert zum ersten
Male Eisen - sieben Jahre vor dem Bau von Hochöfen im Ruhrgebiet. Die Hütte lieferte auch den Stahl für das "Blaue Wunder" in Dresden. |
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| 1845 | Bis 1851 wird der "Hoffnung-Schacht" in Schedewitz in einer Tiefe von 312 m vorangetrieben. | ||||
| 1846 | Die ESTAV errichtete die erste eigene Kokerei. Zur Geldbeschaffung gibt die ESTAV mehrere Anleihen heraus: 1846: Anleihe über 432 000,00 Mark 1852: Anleihe über 600 000,00 Mark 1863: Anleihe über 510 000,00 Mark |
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| 1855 | Der "Vertrauenschacht" der ESTAV wurde zwischen 1855 - 1861
gebaut (geteuft). Der Schacht ging bis auf 400 m Tiefe. Im Dritten Reich
wurde der Kohleabbau so stark forciert, so dass der Schacht 1948
teilweise einstürzte. Das Bild zeigt die Anlage vor dem Weltkrieg I. |
![]() "Vertrauenschacht" ![]() "Alexanderschacht" ![]() "Tiefbauschacht" |
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| 1859 | Der bestehende Alexanderschacht mit einer Tiefe von 243 m wird noch mehr vertieft. Die Herren "von Arnim" werden damit zu "Montanunternehmern". | ||||
| 1860 | Mit neuen Methoden gelang es das Feuer zu löschen. Aber die Gärtnerei ging dabei Pleite - machte aber erst 1882 dicht. | ||||
| 1865 | Es gab 66 Kohlegruben | ||||
| 1873 | Die ESTAV kaufte den "Himmelfürstschacht" des
Steinkohlenbauvereins in Niederplanitz, der durch den Bergfaktor
Weber 1847 gegründet wurde. Der Schacht hatte eine Tiefe von 175 m und förderte 11 500 t Kohle bereits im ersten Jahr. Der Schacht brannte aber stark und wurde deshalb an die ESTAV verkauft. Die ließ alles zumauern und wartete erstmal ab. |
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| 1875 | Zur Erweiterung werden zwei Tiefbauschächte bis auf 640 m Tiefe niedergebracht. Der Betrieb auf der Tiefe von 590 m begann 1900. | ||||
| 1885 | Die ESTAV übernahm die Schächte "Günther" und "Fortuna". | ||||
| 1900 |
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| 1901 | Der "Himmelfürstschacht" wurde wieder geöffnet. Aber die Grube brannte weiter. Der unterirdische Brand war so stark, dass die Arbeiten 1912 eingestellt werden mussten. | ||||
| 1913 | Das Kraftwerk der ESTAV liefert nun auch Strom für die Stadt Zwickau. | ||||
| 1920 | Der Aktienverein "Zwickauer Bürgerschacht" wird übernommen | ||||
| 1921 | Der "Zwickauer Steinkohlenbau-Verein" wird übernommen | ||||
| 1946 | In einem "Volksentscheid" enteignet das Land Sachsen alle Steinkohlenbetriebe; Zwischen 1945 und 1946 bestand die Firmenleitung aus sowjetischen Offizieren. | ||||
| 1949 | Der 1855 gebaute Vertrauenschacht belieferte vorallem die Kokerei. Die Ausbeutung durch die sowjetischen Besatzer und das knappe Geld des DDR-Staates liess eine Unmenge von ungefilterten Kokereiabgasen in die Luft - eine furchtbare Umweltverschmutzung entstand. | ||||
| 1975 | Die eigene Steinkohle in den Zwickauer Gruben war aufgebraucht. Aber die DDR-Industrie brauchte weiterhin viel Koks. Deshalb wurde Steinkohle aus der Sowjetunion, Polen und CSSR importiert, damit die Planzahlen für 550 000 t Koks gehalten werden konnten. Dieser Ausstoß führte zu einem grässlichen Dreck über Zwickau. Denn die DDR hatte kein Geld zum Kauf von Entschwefelungsanlagen. Es gab oftmals Smogalarm - er wurde aber aus politischen Gründen kaum ausgerufen. | ||||
| 1992 | Am 18. März erfolgte der letzte Koksabstich. Mit der
Wiedervereinigung wurde auch die Zwickauer Luft reiner. Das Bild zeigt, wie glühender Koks aus den Gaskammern in die Löschwagen gestossen wird. |
![]() "Koksbatterie" |
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| 1995 | In diesem Jahr kam das Aus für 313 Mitarbeiter. | ||||
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