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Deutschland

Das "Anlehen zugunsten der Deutschen Republik"
Die Deutsche Republik vom 21. bis 24. September 1848
ein Finanzdokument als Zeitzeuge
(mit freundlicher Genehmigung von Prof. E. Wanner)

Das Anlehen ist eines der wenigen übriggebliebenen Finanzdokumente der einzigen deutschen Republik im 19. Jahrhundert. Wenn auch nicht im Original vorhanden, so doch als Nachdruck von W. Bloch (1893).
Anlehen
Bild der Anleihe
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Anlehen
oberes Bild der Anleihe
Gustav von Struve bzw. nach der Ablegung seines Adelstitels Gustav Struve (11.10.1805 bis 21. 8.1870) war ein deutscher Politiker, Rechtsanwalt, Publizist und radikaldemokratischer Revolutionär während der Märzrevolution von 1848/1849 im Großherzogtum Baden.
Zusammen mit Friedrich Hecker beteiligte sich Struve an der badischen Revolution März 1848. Auch Hecker gehörte wie Struve zum antimonarchistischen Flügel der Revolutionäre, der in Baden in den vielerorts gegründeten politischen Volksvereinen stark vertreten war.
Struve Struve
Portrait Gustav Struve

badische Revolution
Struve-Zug 21.9.-28.9.1848
Die badische Revolution (Rastatt, 1848) war Teil der revolutionären Unruhen, die 1848 ganz Europa umfaßten. Auslöser war die französische Februar-Revolution mit dem Sturz von Louis Philippe. In Deutschland führten die Unruhen zur Einberufung der Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt. Die beiden badischen Superrepublikaner Gustav Struve und Friedrich Hecker stellten auf der Versammlung den Antrag, die Fürstenherrschaft abzuschaffen. Sie erhielten jedoch keine Mehrheit. Sie verließen deshalb die Versammlung und beschloßen einen Marsch gen Karlsruhe (dem Sitz des Großherzogtums Baden).
Die Bodenseestadt Konstanz erschien Hecker als Ausgangspunkt für seine Revolution besonders geeignet. Die Stadt galt liberalen Ideen gegenüber als besonders aufgeschlossen; Hecker erwartete hier zahlreiche Unterstützer zu finden. Verschiedene Kreise freisinniger, liberaler und republikanisch gesinnter Bürger hatten sich in Konstanz bereits in den 1830er Jahren herausgebildet. Als örtlicher Agitator wirkte Joseph Fickler, Herausgeber und Redakteur der Seeblätter, einer radikal demokratischen Zeitung. Unter Ficklers Leitung gründete sich am 31. März ein Turnverein mit 40 Mitgliedern mit dem Ziel, „ein bewaffnetes, aber freies Korps bilden“. Kurz darauf wurde ein national-liberaler Arbeiterverein gegründet. Ficklers Verhaftung am 8. April 1848 gab Hecker den endgültigen Anstoß, nach Konstanz zu ziehen
Am 13.4.1848 (Gründonnerstag) zogen die Aufständigen unter Führung von Hecker von Konstanz nach Donaueschingen. Das Militär versperrte den weiteren Weg und sie mußten deshalb durch den tief verschneiten Schwarzwald ziehen.
Gleichzeitig versuchte Gustav Struve entlang der schweizer Grenze die Bevölkerung zu mobilisieren. Aber das Militär löste alle diese Anstrengungen auf.
Am 20.4.1848 besetzen deutsche Handwerksburschen den Grenzübergang auf der Schusterinsel bei Basel und ermöglichten dadurch die Flucht der Revolutionäre in die Schweiz und nach Frankreich. Dort wurden diese in Flüchtlingscamps untergebracht.
Zur gleichen Zeit kam es zu einem Krieg zwischen Preußen und Schweden um die Herzogtümer Schleswig und Holstein. Die Preußen und die Schweden vereinbarten einen Frieden. Dies führte zu weiteren Unruhen in Süddeutschland. Ein Resultat daraus war: die Lörracher Bürgerwehr forderte Struve auf nochmals einen Aufstand zu wagen. Und Struve machte es.
Am 21.9.1848 ging er wieder nach Baden und rief in Lörrach eine "Deutsche Republik" aus. Der Putschversuch brach aber zusammen und er wurde verhaftet. Im Mai 1849 wurde er daraus von putschendem Militär befreit.
Struve
Friedrich Hecker
badische Revolution
Friedrich Hecker Soldat im US-Bürgerkrieg
badische Revolution
Hecker in voller Montur
badische Revolution
Heckerkarikatur mit Säbel, Flinte und Heckerhut
badische Revolution
Joseph Fickler
badische Revolution
Einzug der Revolutionäre in Lörrach
badische Revolution
Nationalversammlung, Paulskirche in Frankfurt
badische Revolution
Schlacht bei Kandern
20.April 1848, Niederlage
Am Tag seines Putsches erschienen die ersten von Struve unterzeichneten Exemplare des "Anlehen zugunsten der deutschen Republik". Herausgegeben wurden diese von einer "Gesellschaft der deutschen Republikaner". Struve unterschrieb die ersten Probedrucke des Anlehens.
Das Anlehen (Anleihe) lautete nicht über eine Gesamtsumme, sondern war eingeteilt in 1/3 Thaler, 1 Thaler, 4 Thaler, 40 Thaler und 400 Thaler. Die eingenommen Gelder sollten für den auf der Rückseite aufgeführten Plan eingesetzt werden. Ein Ausgabedatum und eine Nummer fehlte auf der Anleihe - sie werden deshalb auch als "Probedrucke" bezeichnet.
Von diesem Dokument dürften nur noch sehr wenige existieren.
Von diesem Anlehen lassen sich drei verschiedene Typen nachweisen:
- die "Probeexemplare" mit der Unterschrift von Struve
- eine Art Interimsschein herausgegeben zwischen der Verhaftung von Struve und der Wahl des Nachfolgers
- kleine Stückelungen herausgegeben zwischen November 1848 und Januar 1849.
Linie
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