|
Antiquariat alte historische Aktien
|
Die VIAG Aktiengesellschaft - Strom und Mobilfunk
|
![]() ![]() Edgar Landauer ![]() Wilhelm Lenzmann |
In der Umbruchphase nach dem Weltkrieg I gründete die neue Reichsregierung am 7.3.1923
die "Vereinigte Industrie-Unternehmen AG" (VIAG) in Berlin.
Die Regierung der Weimarer Republik übernahm die Verantwortung für alle die
Unternehmen, die zur Versorgung der Kriegswirtschaft ausgebaut wurden waren. Die
Inflation machte es aber dem Schatzministerium unmöglich Investitionen zu finanzieren.
Da der Haushaltsauschuß des Reichstages an der behördlichen Effizienz zweifelte,
schlug er vor, die Vermögensverwaltung auf das Reichsfinanzministerium zu übertragen.
Das Management sollte jedoch durch eine neu zu gründende private Gesellschaft
ausgeführt werden. So entstand die VIAG - aus insgesamt 40 Unternehmen.
Sie vereinte folgende wichtige Unternehmen:
|
| Sinn und Zweck der VIAG war es die Schlüsselindustrie (Stickstoff, Aluminium und Strom)
trotz der großen wirtschaftlichen Probleme fortzuentwickeln. Das "Problemkind" der VIAG war
die "Deutschen Werke AG". Hierin waren alle Heeres- und Marinebetriebe zusammengefasst. Außerdem
Pulver-, Geschoß-, Gewehr- und Munitionsfabriken. Für diese bestand nach dem verlorenen
Krieg kein Bedarf mehr. Die VIAG investierte vorallem in die Elektrowerke AG (EWAG). Dessen Großkraftwerk Zschornewitz versorgte vorallem die Carbid- und Kalkstickstoffabriken in Piesteritz und Berlin. Mit weiteren vier Großkraftwerken versorgte sie den mitteldeutschen Raum, Ostpreußen und Schlesien. Auch die Reichsbahn wurde mit Strom von der EWAG versorgt. Und 1931 beteiligte sich die EWAG an der Gründung der Berliner Kraft und Licht (BEWAG). Die Aluminiumbeteiligungen brachten die VIAG ins Schwanken. Der Absatz von Aluminium ging in der Weltwirtschaftskrise um die Hälfte zurück. Auch die Stickstoffindustrie wurde gebeutelt, da die Kaufkraft der Bauern rapide abnahm. |
![]() Reichs-Kredit-Gesellschaft |
Im Dritten Reich wurde die VIAG massiv ausgebaut. Die Aluminiumproduktion wurde um den Faktor 10 gesteigert. Um Kohle zu sparen, wurden auch die süddeutschen Wasserkraftwerke ausgebaut. |
![]() Produktion von Aluminium |
![]() Bau der Stromfernleitung von Zschornewitz nach Berlin |
![]() Deutsche Werke AG in Ingolstadt |
| Bayern, RWE
und VIAG gründeten 1940 die "Bayerische Wasserkraftwerke AG" (Bawag), um
den Lech, die obere Donau und die untere Isar für Wasserkraftwerke auszubauen. In die
"Bawag" wurden 1942 die "Mittlere Isar AG" und das Walchenseewerkintegriert. Höhepunkt der Planungen war jedoch die Schaffung der "Reichssammelschiene" - die Konzentration der deutschen Energiewirtschaft unter Führung der VIAG. Preußen und RWE leisteten hier aber erheblichen Widerstand. Bis 1945 hatte sich die VIAG zu einem riesigen Konzern entwickelt. |
| Meilensteine der VIAG | |
| 1923 | Gründung der Holding für wichtige Beteiligungen des Deutschen Reiches. Zur Holding gehören die SKW Trostberg und die VAW (Vereinigte Aluminium Werke). |
| 1942 | die VIAG beteiligt sich mit 40% am Bayernwerk |
| 1945 | die Hälfte des VIAG-Vermögens ist verloren. |
| 1950 | der Hauptsitz wird von Berlin nach Bonn verlegt. |
| 1981 | 50% Beteiligung an der Thyssengas GmbH |
| 1982 | Umbenennung in VIAG AG. Die SKW Trostberg wird 100%-Tochter |
| 1986 | 40% der VIAG werden privatisiert. Ausgabekurs: 165,- DM Eine 15%-Beteiligung an den Didier-Werke AG wird erworben und später bis auf 50% ausgebaut. |
| 1988 | vollständige Privatisierung der VIAG; Ausgabekurs der Aktien: 210,- DM |
| 1989 | Gründung der VBB (VIAG Bayernwerk-Beteiligungsges.) |
| 1990 | Die VBB erwirbt die Klöckner & Co. AG und 51% an der Gerresheimer Glas. |
| 1991 | Schmalbach-Lubeca geht zu 51% an die VIAG |
| 1994 | Verkauf der Bayernwerk AG an die VIAG; die Didier-Werke werden verkauft |
| 1995 | Eine 43.3%-ige Beteiligung an PWA wird veräußert. Der neue Geschäftszweig "VIAG-INTERKOM" wird gebildet zusammen mit der "British Telecommunications" |
| 1997 | Die E2 Mobilfunklizenz wird erworben. Ein Konsortium aus "Southern Energy", "Preußen Electra" und VIAG kaufen 50.8% der BEWAG. Der "Thyssen-Gas" Anteil wird an die RWE abgegeben. |
| Copyright © 2003-2010 Antiquariat "Schöne Aktien" für alte historische Wertpapiere und Aktien |